Günther Axler

Kassenwart
guenther.axler@bergundtal-ev.de

Es war der 17 Juli 1995, als bei mir die Diagnose Leukämie (CML) gestellt wurde. Ohne jede Vorankündigung waren ich und meine Familie von Heute auf Morgen dieser existenziellen Bedrohung ausgesetzt. Nichts war wie vorher, eine bis dahin heile Welt brach unter Schock in sich zusammen.

Medizinisch gab es damals nur eine Alternative: Knochenmarktransplantation. Tagtäglich wurde ich mit zermürbenden Gedanken über Leben und den Tod konfrontiert. Die Tatsache, dass irgendwo auf der Welt ein potentieller Spender mir helfen könnte, beschäftigte mich ununterbrochen. Aber, wie sollte man diesen finden? Ein wahnsinniger Druck mit Not, Angst und Verzweiflung war an der Tagesordnung. Wie kann es weitergehen? Darf man hoffen? Innerhalb der Familie begannen die Ärzte Blutuntersuchungen vorzunehmen.

Und es grenzte an ein Wunder. Nach 3 Monaten stand es fest, ein Spender war gefunden. Danach dauert es noch 12 Monate bis zum Transplantationstermin. Es war ein langer mühsamer Weg mit vielen Höhen und Tiefen, seelisch wie körperlich, vor, während und nach der Transplantation.

Doch Hoffnung, Zuversicht und ein nie für möglich gehaltener Lebensmut motivierte mich Schritt für Schritt, Tag für Tag. In der Stunde der Transplantation, als mir das lebensrettende Knochenmark aus dem Infusionsbeutel in den Körper tropfte, war ich erfüllt von einem erhebenden Gefühl voller aufrichtiger Dankbarkeit dem Spender gegenüber. Ich hatte es geschafft und das Leben hatte eine Zukunft, obwohl noch viele Berge und Täler auf mich warteten.

Jedem gesunden Menschen sollte man versuchen mitzuteilen, wie wichtig es ist als Lebensspender registriert zu sein. Es lohnt sich!

In unserer, inzwischen gegründeten, Selbsthilfegruppe Berg und Tal e.V., die mit Gesprächen versucht zu helfen einer Isolation entgegenzuwirken, sind sich alle einig: Allen freiwilligen Spendern gebührt ein riesiges Kompliment, Respekt und tiefe Dankbarkeit.

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